Das Letzte: Die Vögel unter den Ökonomen

Nach dem Aufruf von 170 Starökonomen regt sich Kritik unter Wirtschaftswissenschaftlern: Die Bezeichnung sei nicht gerechtfertigt, da sich in dieser Gruppe nur in der Minderheit Stars befänden, die Mehrzahl sei eher den Topökonomen oder gar nur den Fast-Topökonomen zuzurechnen. Andere merken an, dass es sich dabei zum Teil allenfalls um Promi-Ökonomen handelt. TV-Wirtschaftsexperten und der Frankfurter Börsenguruverein widersprachen dem aber vehement. Paul Krugman meldete derweil ein Markenschutz auf den Namen „Ökonomen-Vordenker“ an, während sich Joseph Stiglitz die Exklusivrechte an „Ökonomen-Nachdenker“ sicherte.

Nach mehreren renommierten Vogelforschern wehrt sich nun auch Hans-Werner Sinn gegen den Titel „Starökonom“. Wenn schon, dann handele es sich bei ihm um eine „Ökonomenlegende“, alternativ auch „-papst“. Er schlug deshalb vor, den Aufruf künftig als „Aufruf einiger Starökonomen und mehrerer Topökonomen unter Führung des Ökonomenpapstes“ zu bezeichnen. Daraufhin ereigneten sich spontan Thesenanschläge an medial führenden Wirtschaftsforschungsinstituten. Auch Theologen kritisierten die Formulierung: Ökonomenpapst klinge zu katholisch. Sie räumten aber ein, dass „Vorsitzender des Rates der ökonomischen Kirchen Deutschlands“ außerhalb der Gemeinde nur schwer vermittelbar wäre. „Auch der Islam gehört zur Ökonomie, auch wenn ich das in diesen Worten nie so sagen würde“, mahnte daraufhin Bundespräsident Joachim Gauck. Passender sei „Ökonomenkaiser“, das reflektiere zudem eine gewisse deutsche Traditionslinie.

Inzwischen gründete sich eine Facebook-Gruppe kritischer Ökonomiepiraten und teilte mit, man wolle alles ganz anders machen als die Etablierten. Die Mitglieder konnten sich aber nicht auf gemeinsame Positionen einigen.